Die Technikverliebtheit der Japaner

Im Osten der Präfektur Tochigi liegt eine recht moderne Rennstrecke idyllisch im Grünen,  der Twin Ring Motegi. Das „Twin“ beschreibt die zwei Rennstrecken der Anlage: Ein amerikanischer Oval-Kurs + eine Strecke nach europäischem Vorbild. Und das mit dem „Ring“ ist doch tatsächlich auf den deutschen Zirkel bezogen. Es finden dort jedenfalls öfter Rennserien statt. Neben dem Motorsport ist aber auch Drumherum was geboten. Verschiedene Kartrennstrecken genauso wie Kletteranlagen oder ein Naturpark laden die Besucher ein.

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Beim Motorsport brummen die Rennmaschinen, in der umliegenden Natur sind dagegen keine Maschinen zu hören. In Japan hat man nun mal einige Gegensätze unter einem Hut. Tradition und HighTech sind da so ein weiteres Yin&Yang und irgendwie typisch. Und genau an der Stelle der Schwank auf die Technikverliebtheit der Japaner. Zum Beispiel mit der Honda Ausstellungshalle auf dem Twin Ring Gelände. Klar, dort sind diverse Autos, Motorräder und sogar Landwirtschaftsgeräte ausgestellt. Eine Sache fällt aber etwas aus der Reihe, man kann nämlich auch Asimo über den Weg laufen.

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Asimo ist ein Roboter, den Honda im Jahr 1986 angefangen hat auf die Beine zu stellen. Erst nur zwei Beine und bis in die 2000er Jahre hat man Ihn Stück für Stück weiterentwikelt. In der Ausstellungshalle lädt er die Besucher zu einer Vorführung ein und seine Bewegungen sind dabei ziemlich grazil. Dass er eine Maschine ist, soll man dabei nicht vergessen. Die Idee ist, Ihn als Begleiter im Haushalt auf Menschen loszulassen. Besonders älteren Menschen ist das auch ein guter Helfer. Nur wo eine Maschine einen Menschen ersetzt, entsteht auch weniger Plapperei. Also nicht als Ersatz verstehen, sondern tatsächlich als Maschine. Im ersten Moment würde ich solche Technik noch als Spielerei abtun, in Japan bekommt das aber recht schnell Applaus geschenkt. Und so ist es nicht verwunderlich, wie sehr die Technik in Japan auch im Alltag auffindbar ist. So wird man in den Geschäften des Telekommunikationsunternehmens Softbank auch mal von Pepper angesprochen. Ebenfalls ein Roboter, der den Kunden gerne entgegen rollt und praktisch den Service aufpäppelt. Leider nur auf japanisch und dementsprechend einseitig war mal meine Unterhaltung mit Ihm. Am Universitätsstandort Tsukuba (Präfektur Ibaraki) wirbt man sogar als Roboterstadt um Besucher. Der erste Industrieroboter war auch nicht umsonst in Japan „geboren“ (1969, Kawasaki Unimate 2000) und in der Industrie sind sie längst als unermüdliche Arbeitsmaschinen eingesetzt. Die Roboter sind nicht die einzigen Technikspielereien in Japan. Drohnen sind schon vielerorts am rumwirbeln und für Kameras oder dem Smartphone hat man nicht nur in Japan Interesse. Bei den Touchscreen-Speisekarten in Restaurants guckt man hier aber schon nicht schlecht. Auch das Summen der vielen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist klar wahrnehmbar. Dass so gut wie alle Fahrzeuge mit Automatikgetriebe fahren, kann man da noch als Komfortanspruch durchgehen lassen. Selbst wer in Japan nur als Tourist durchreist, der setzt sich bestimmt mal aufs Klo. Im ersten Moment lassen einen die vielen Knöpfe vielleicht doof gucken, aber nach ner Weile ist das als spezieller Komfort akzeptiert. Dem Popo geht es dabei ein bisschen wie einem Auto in der Waschanlage 😉

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Interessant wird so viel Technik bei der Instandhaltung. Aber da wird’s im Zeitalter von Konsum wohl nur zum Tausch statt einer echten Reparatur reichen. Noch interessanter ist die Frage wie weit die Forscher die Technik ausbauen. In unserer heutigen Zeit fließen jedenfalls genug Forschungsgelder um die Entwicklung voranzutreiben. Mal schauen was gestalterische Fähigkeiten noch so alles hervorbringen. Oder ob sich intelligentes Design sogar von Maschinen auf menschliche Identität übertragen lässt.

JAPAN-SCIENCE-ROBOT
Motoman

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